|
Die Geräte der Firma Heathkit kennt heute wohl fast jeder
Funkamateur, der schon einmal nach gebrauchten Funkgeräten oder
Zubehör gestöbert hat. Ein eindeutiges Markenzeichen ist wohl
die besondere grüne Farbe der Gehäuse, die im Laufe der Jahrzehnte
nur marginal geändert wurde.
Was
aber wohl nur den wenigsten bekannt sein dürfte, sind die ersten
Bausätze, die unter dem Namen Heath gefertigt wurden.
Der Namensgeber Edward Heath war ein leidenschaftlicher Pilot,
der in den Zwanziger Jahren die Idee eines Bausatz-Flugzeugs in
die Tat umsetzte und mit dem Heath Parasol ein Flugzeug für
Jedermann zu einem unschlagbaren Preisen anbieten konnte.
Tragischerweise
kam Edward Heath 1931 bei einem Testflug ums Leben. Im Jahre
1935 kaufte dann Howard Anthony die Firma und richtete die
Produkpalette neu aus. Aus großen Beständen an Surplus
Elektronik startete er den Katalog-Versand für einen
Oszilloskop-Bausatz. Mit den narrensicheren Aufbauanleitungen
konnte somit jeder der ein Werkzeug halten konnte, das Gerät
aufbauen.
Angestachelt
durch den riesigen Erfolg wurde die Produktpalette in den
kommenden Jahren dann auf weitere Messgeräte und schließlich
auch um HiFi Anlagen und Amateurfunkgeräte erweitert.
1954
schlug das Schicksal erneut zu, als Howard Anthony ebenfalls bei
einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Seine Frau verkaufte die
Heath Company danach an die Firma Daystrom. Daystrom selbst wurde
1962 von Schlumberger Limited übernommen.
In den Siebziger
Jahren fertigte Heathkit vierzehn verschiedene Produktlinien mit
über 300 verschiedenen Bausätzen.
Die Palette reichte von Radios und HiFI-Analgen
über Messgeräte und
Garagentorantriebe bis hin zu Amateurfunk-Geräten. Einen schönen
Überblick bietet der Katalaog von 1979, den ich hier im
Downloadbereich zur Verfügung gestellt habe.
Zuletzt
ging das Unternehmen im Jahre 1979 an die Firma Zenith, welche sich im
Computer-Bereich spezialisert hatte und die lediglich an eben
dieser Sparte der Firma Heatkit interessiert war. In Folge wurde
also das Engagement in der Entwicklung neuer Bausätze arg
zurückgefahren.
Erschwerend kam
hinzu, daß die Konkurrenz aus Fernost mit Fertiggeräten zu
günstigeren Preisen auf die Verkaufszahlen drückte. Einer der
wichtigsten Erfolgsfaktoren war der Preis im Vergleich zu
fertigen Geräten und durch die steigende Industrialisierung in
der Elektronikfertigung konnte Heathkit mit seinen Bausätzen
einfach nicht mehr mithalten.
Anfang
der Neunziger Jahre wurde dann die gesamte Produktion von
Bausätzen stillgelegt.
Heute gibt es
die Firma Heathkit noch immer, allerdings ist Heathkit jetzt nur
noch im Bereich Ausbildung / Schulung für z.B.
Computertechnologien tätig.
Der momentan
letzte Akt in der Firmengeschichte bezüglich der Bausätze ist
der Verkauf der exklusiven Rechte an allen Handbüchern für
Heathkit-Produkte an die Firma Data Professionells im Oktober
2008. Der Inhaber Don Peterson ist ein ehemaliger
Entwicklungsingenieur, der weiterhin allen Heathkit-Fans mit Rat
und Tat zur Seite steht.
|